„Das war eine Stadt, die aus der Festungshaft entlassen worden ist.“

Ein Gespräch mit Bruno Krayl zum Neuen Bauen im Magdeburg der 1920er Jahre und insbesondere seinen Vater Carl Krayl

Nur gut drei Jahre, von 1921 bis 1924 waren Bruno Taut und Carl Krayl für die Stadtentwicklung in Magdeburg verantwortlich: Taut als Stadtbaurat und Krayl im Hochbauamt. In dieser kurzen Zeit haben beide das Gesicht der Stadt bis heute geprägt, vor allem durch die großen Siedlungen wie Reform, die Beimssiedlung oder die Siedlung Cracau. Der langjährige Magdeburger Bürgermeister der Zwischenkriegszeit, Hermann Beims, hatte Taut geholt um Wohnraum zu schaffen und die Arbeiterfamilien aus den Mietskasernen zu holen. Taut wiederum holte den Architekten Carl Krayl nach Magdeburg. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Stadthochbauamt gestaltete Krayl viele der für Magdeburg heute so typischen Siedlungen: in Sudenburg, in Fermersleben, in Cracau.

Im Jahr 2016 holte das Kulturhistorische Museums Carl Krayl mit der Ausstellung Bunte Stadt – Neues Bauen aus dem Vergessen zurück in das Bewusstsein Magdeburgs. Anläßlich dieser Ausstellung sprach Mustafa Akgün mit Bruno Krayl, dem Sohn Carl Krayls, über das Neue Bauen im Magdeburg der 1920er Jahre. Aus dem Interview entstand ein Beitrag, der bei h2radio gesendet wurde. Hier ist jetzt das vollständige Gespräch in einer leicht gekürzten Fassung zu hören. Es wurde im November 2016 in einem Café auf dem Werder geführt.